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Zu Besuch bei Kernbeißer, Kreuzotter und Blutkraut

Naturparkführungen zeigen das Moor in allen seinen Facetten


22.05.2018

Meppen, 22.05.2018 – Die Sonne scheint, es wird wärmer und bleibt länger hell – Zeit, um die Wanderstiefel zu schnüren und die Natur zu entdecken! Im Naturpark Moor-Veenland in der deutsch-niederländischen Grenzregion zeigen ausgebildete Naturführer den Urlaubern ganzjährig bei Führungen, wo der Kernbeißer seine Samen knackt, die Kreuzotter sich in der Sonne schlängelt, wo der seltene Lungenenzian strahlend blau blüht und gelb getupfte Ginsterbüsche die Landschaft mit feinem Duft überziehen. Eine Führung kostet vier Euro (Kinder bis 14 Jahre kostenlos) und dauert zwischen zwei und drei Stunden. Infos zu den allen Führungen unter www.naturpark-moor.de. Bei der Planung von individuellen Touren berät die Geschäftsstelle telefonisch unter 05931–442277.

Am 27. Mai (9.00 bis 11.00 Uhr) heißt es: Wer hat Angst vor Schlangen und anderem Getier? Besucher lernen: nur, wer die Tiere nicht kennt, muss sich fürchten. Deshalb laden Anita Beermann und Ria Kramer Besucher auf einen Spaziergang durchs Moor ein, um mehr über hier heimische Arten zu erfahren – beispielsweise Kreuzottern, Frösche, Echsen und den geheimnisvollen Sonnentau. Anhand dieser für das Moor typischen Tiere und Pflanzen lernen die Gäste die Eigenarten dieses besonderen Lebensraumes kennen.

Die Emsaue mit Naturlehrpfad, Versener Lake und Borkener Paradies wird am 24. Juni (14.00 bis 17.00 Uhr) genauer unter die Lupe genommen. Ludwig Mühlenstädt kennt die Emsaue bei Versen wie seine Westentasche. Er berichtet über die spannende Entwicklung des Emsverlaufs, die Geschichte der Altarme und den Bau des Versener Wehrs. Außerdem begegnen die Gäste auf der Tour „echten“ Riesen – die großen Bäume im Borkener Paradies zeugen von der Geschichte der Hutelandschaft.

Der „Garten des Nazareners“ in Twist ist am 26. August (14.00 bis 16.00 Uhr) Treffpunkt für Krimi- und Kulinarikfans. Denn: Die Bibelgärtnerinnen Ute Dederer und Silke Hirndorf stellen Pflanzen vor, die in Kriminalromanen eine ausschlaggebende Rolle spielen. Im Klostergarten widmen sich die Teilnehmer beispielsweise den Blutkräutern, die im Krimi „Blutkraut, Wermut, Teufelskralle“ von Manfred Baumann vorkommen. Die Teilnehmer genießen anschließend Gerichte mit den vorgestellten Pflanzen.

Zwergsträucher, Hungerkünstler und Heilpflanzen sind am 30. September (14.00 bis 16.00 Uhr) Thema der Führung. Am neuen Schafstall im Bargerveen (Ambachtsweg 3, Weiteveen, NL) startet die Führung „Torfmoos, Heide und Co.“. Welche Heilkraft die Pflanzen besitzen und was unsere Vorfahren aus ihnen hergestellt haben, erklärt Biologin und Bibelgärtnerin Silke Hirndorf. Zeitgleich berichtet Ria Kramer über Pflanzen als Hausmittel.

Die Wanderung durch das Wesuweer sowie das Versener Moor am 28. Oktober (14.00 bis 16.00 Uhr) zeigt, wie tief der industrielle Torfabbau in das Ökosystem Moor eingegriffen hat. Die beiden Moore wurden in der Vergangenheit großflächig abgetorft, in einigen Teilen ist jedoch bereits mit der Renaturierung begonnen worden, damit sich die Landschaft langfristig erholen kann. Das Ziel: das Moor zurück in einen naturnahen Zustand versetzen. Wie das genau funktioniert, erklärt Ludwig Mühlenstädt auf dem Weg zu verschiedenen Stadien der Wiedervernässung sowie anhand alter Torfstiche.