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Saterfriesisch vom Aussterben bedroht
„Der kleine Prinz" soll helfen
20.05.2010
Die letzte verbliebene Varietät der ostfriesischen Sprache, das Saterfriesische, ist mehr und mehr vom Aussterben bedroht. Es ist die kleinste anerkannte Sprachminderheit Deutschlands. Jetzt soll der kleine Prinz helfen. In über 150 Stunden hat die Schriftstellerin Gretchen Grosser das Buch "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry ins Saterländische übersetzt.
Im Saterland, im Norden des Oldenburger Münsterlandes gelegen, leben rund 2.000 Menschen in vier Dörfern, die diese Sprache noch beherrschen. Durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen genießt das Saterfriesische besonderen Schutz und Recht auf Förderung. Mit viel Idealismus und Überzeugung findet dieses Projekt zur Spracherhaltung auch bei den Einheimischen Unterstützung. „Es ist traurig, dass das Saterfriesische keine Rolle mehr spielt" sagt Gretchen Grosser, „Kinder sollten mit der Sprache aufwachsen.", damit sie weiter existiert.
Bei Urlaubern ist die Region beliebt. Sie lässt sich ideal mit dem Fahrrad erkunden. Zweisprachige Schilder weisen auf Sehenswürdigkeiten wie die Holländer Galerie Windmühle und die im 13. Jahrhundert entstandene Johanniter-Kapelle in Bokelesch hin und auch die Ortseingangsschilder sind zweisprachig. Pauschalangebote sind unter www.oldenburger-muensterland.de sowie telefonisch unter 04441-956511 buchbar.
Hintergrundinformationen zur Saterfriesischen Sprache
Auch im Rahmen der Europäischen Charta wurden einige Maßnahmen erfolgreich angestoßen, wie zum Beispiel ein spezielles Bildungsangebot im Bereich der vorschulischen Erziehung bei Kindern oder im Rahmen einer universitären Ausbildung, beispielsweise in der sprachwissen¬schaftlichen Abteilung der germanistischen Fakultät an der Universität Oldenburg, die einen Schwerpunkt im Bereich „Nieder¬deutsch und Saterfriesisch" in Lehre und Forschung veran¬kert hat. Seit 1990 ist das Saterland als kleinste Sprachinsel sogar im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts handelte es sich beim Saterland um eine Insel, inmitten einer einzigartigen Moorlandschaft, die für die Außenwelt kaum erreichbar war. Auf Grund dieser geographischen Isolation erklärt sich, dass es sich beim Saterfriesischen um die letzte noch verbliebene, jedoch stark bedrohte, Vertreterin der ostfriesischen Sprachen handelt, die zusammen mit der westfriesischen Sprache und dem ebenfalls vom Aussterben bedrohten Nordfriesischen die friesische Sprachgruppe bildet.
Das Oldenburger Münsterland
Das Oldenburger Münsterland setzt sich aus den Erholungsgebieten Barßel-Saterland, Thülsfelder Talsperre, Hasetal und Dammer Berge und der Ausflugsregion Nordkreis Vechta zusammen. Kontakt: Tel. 04441-956511, info@oldenburger-muensterland.de, www.oldenburger-muensterland.de

